EnergyForum VS

Ausgangslage

(aus Hans E, Schweickardt, Verwaltungsratspräsident Alpiq Holding AG, Rede vom 2. September 2010 im Rahmen der 100 Jahre Feier des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes)

Dazu ein paar Stichworte:

Stichwort 1: Nummer 1
Die Wasserkraft ist die Nr. 1 in der Schweiz. Ihr Anteil an der Stromproduktion beträgt 56%; Flusskraftwerke, Stauseen und Pumpspeicherkraftwerke zusammen gezählt. Platz 2 belegt die Kernenergie, mit 39% der Produktion. Auf Platz 3 liegen die übrigen Energien.

Der Anteil der neuen erneuerbaren Energien beträgt 2%. Das meiste davon kommt aus der Kehrichtverbrennung. Der Anteil von Wind und Sonne liegt unter 0.1%. Mit anderen Worten: Wasserkraft und Kernenergie sind die Champions der Schweizer Stromproduktion. Und bei realistischer Betrachtung sind sie das morgen auch noch.

Stichwort 2: Bergkantone
Etwa zwei Drittel der Wasserkraft stammen aus den Bergkantonen Wallis, Uri, Tessin und Graubünden. Die Wasserkraft ist also das Kapital der Bergkantone

Stichwort 3: Partnerschaft
Die meisten grossen Anlagen sind Partner-Werke. Warum das? Wasserkraft heisst Investition in Infrastruktur. Die lange Sicht zählt. Die Kosten sind hoch. Aber wir finanzieren aus eigener Kraft, nicht mit Steuergeldern und Parlamentskrediten. Wir müssen die Mittel selber generieren und die Risiken verteilen. Das braucht Partner. 

Stichwort 4: Pioniergeist
Der grosse Ausbau der Wasserkraft erfolgte zwischen 1950 und 1970. In dieser Zeit wurde die Produktion um ca. 100% gesteigert. Ein Sprung nach vorn! Eine Pionierzeit! Seither, in den letzten 40 Jahren, lag die Produktionszunahme noch bei rund 15%. Zwischenzeitlich galt die Produktion aus Wasserkraft sogar als nicht mehr amortisierbar. Jetzt herrscht aber wieder Zuversicht. Und vielleicht sind wir ja schon bald mitten drin in einer neuen Pionierzeit. Die Pionierzeit der Pumpspeicherung!

Stichwort:Stromzukunft
Ich mache keine Prognose, nur eine Trendmeldung. Der Stromverbrauch nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Mehr Einwohner, mehr Wohnflächen, mehr Komfortbedarf, mehr ÖV, mehr Wärmepumpen. Auf der andern Seite zeichnet sich ein Produktionsrückgang in der Schweiz ab. Warum? Ältere AKW müssen vom Netz. Die Importverträge mit Frankreich laufen aus und das Potential der neuen EE ist doch noch sehr beschränkt. Trotz sehr viel mehr Energieeffizienz öffnet sich eine deutliche Stromlücke. Diesem Trend müssen wir Rechnung tragen. Wir müssen die Stromproduktion in der Schweiz rechtzeitig erneuern und ausbauen. Wie dies im Spannungsfeld von Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit geschehen soll - darüber muss sich das Volk in den nächsten Jahren einig werden. mehr...