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Kleine Wasserkraft bis 10 MW

Kleinwasserkraftwerke mit einer mittleren Bruttoleistung von bis zu 10 MW waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts weit verbreitet. Mit dem Auftreten von preisgünstigem Strom aus Grosskraftwerken wurden viele Kleinwasserkraftwerke stillgelegt. Heute gibt es Unterstützungsprogramme von Kanton und Bund, um den Bau von Kleinwasserkraftwerke zu fördern.
Ende 2008 waren im Wallis 62 Anlagen mit weniger als 10 MW in Betrieb. Die Gesamtleistung dieser Anlagen liegt bei 70 MW und die Jahresproduktion beträgt rund 470 GWh. Das sind in etwa 4.7% der gesamten Energieproduktion des Kantons.
45 Anlagen sind sogenannte Kleinstanlagen mit Leistungen unter 1 MW. Gesamthaft produzieren diese rund 65 GWh, wovon 35 GWh allein auf die Turbinierung von Trinkwasser, Abwasser und Wässerwasser zurückzuführen sind.
Im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte vom 13. Dezember 1996 wurden nach Art. 49 Abs. 4 die Wasserkraftwerke, die bis 1 MW Bruttoleistung erbringen, von der Zahlung von Wasserzins befreit. Bei Leistungen von 1 und 2 MW ist höchstens ein linearer Anstieg bis zum Maximum nach Abs. 1 zulässig. Diese Regelung ist gesamtschweizerisch.
Heute besteht für die kleine Wasserkraft, mit Unterstützung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) und den gestiegenen Energiepreisen wieder ein ökonomisch interessantes Potenzial, das unter Wahrung ökologischer Massnahmen realisiert werden kann. Die KEV ist der Hauptpfeiler des Massnahmenpaketes des Bundes zur Förderung der erneuerbaren Energien. Die Bestimmungen über die KEV sind in der Energieverordnung (EnV) geregelt und sind seit 1. Januar 2009 in Kraft.
Um das Potenzial zur Turbinierung von Trinkwasser zu fördern besteht zusammen mit BluArk und der HES-SO Wallis ein Energieschwerpunkt, um die Gemeinden im Bereich der Trinkwasserturbinierung zu unterstützen. Kleinwasserkraftwerke beeinflussen das Wasserdargebot der grossen Seitenbäche und der Rhone wenig. Dezentrale Kleinwasserkraftwerke bringen auch in volkswirtschaftlicher Sicht Vorteile. Sie tragen zur Verbesserung des Lebensstandards von Randregionen bei, sichern Arbeitsplätze und wirken der Abwanderung entgegen.
Die Kleinwasserkraftwerke werden durch die zuständige Dienststelle u.a. für Umweltschutz, Raumplanung, Bodenverbesserung und Baukommission geprüft. Sie werden auf Antrag des Energiedepartementes vom Staatsrat genehmigt.