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Wasserkraft

Forschungsprogramm Wasserkraft

Wasserkraft wird in der Schweiz seit Jahrhunderten genutzt und trägt heute zirka 60 Prozent zur Stromerzeugung bei. Aufgrund des CO2 Anstiegs in der Atmosphäre und des damit verbundenen Klimawandels kommt den regenerativen Energien besondere Bedeutung zu. Wasserkraft ist dabei mit grossem Abstand der grösste Produzent emissionsfreien Stroms. Global gesehen trägt die Wasserkraft somit zum Klimaschutz bei und schont Ressourcen. Lokal gesehen stellen Wasserkraftanlagen jedoch einen massiven Eingriff in die Gewässerökosysteme dar. Aus diesem Grund ist die Wasserkraftnutzung nicht unumstritten.

Die verfügbaren technischen Potenziale in der Schweiz sind weitgehend ausgeschöpft, insbesondere bei den grossen Anlagen mit über 10 MW Ausbauleistung. Vereinzelt gibt es noch Neu- und Ausbauprojekte. Dennoch besteht Forschungsbedarf: so muss sich die Wasserkraft etwa auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen, welche zum Beispiel das Niederschlags- und Abflussverhalten deutlich beeinflussen. Weiter kommen auf die Wasserkraft im Zuge der Liberalisierung der Strommärkte neue Aufgaben und Chancen zu. Dies hat unter anderem Betriebsweisen zur Folge, deren Auswirkungen auf die elektromechanische n Anlagenteile nicht geklärt sind. Die Auswirkungen des novellierten Gewässerschutzgesetzes, welches bisher nur in Teilen umgesetzt ist, werden ohne zusätzliche Massnahmen zu einer deutlichen Reduktion der Stromerzeugung aus Wasserkraft führen.

Im Gegensatz zur Situation bei grossen Wasserkraftanlagen bestehen nicht unerhebliche Potenziale bei kleinen Wasserkraftanlagen, jedoch ist die Höhe dieser Potenziale und wie weit sie umweltverträglich und wirtschaftlich erschlossen werden können, nicht genauer bekannt. Um die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit kleiner Wasserkraftanlagen weiter zu unterstützen, sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten erforderlich, die die Betreiber selbst – im Gegensatz zu Betreibern grosser Anlagen – nicht leisten können.

Zu den formulierten Zielen der Eidgenössischen Energieforschungskommission CORE (Commission fédérale pour la Récherche Energetique) gehört der Ausbau der noch verbleibenden Wasserkraftpotenziale. Um dieses Ziel zu verfolgen, sind vielfältige und nicht nur technische Fragen zu beantworten. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Energie das Forschungsprogramm Wasserkraft initiiert.

Quelle: bfe.admin.ch