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Wasserkraft

 

 

Die Schweiz bietet dank ihrer Topographie und beträchtlichen durchschnittlichen Niederschlagsmengen ideale Bedingungen für die Wasserkraftnutzung. Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Ausbau der Wasserkraftnutzung begonnen hatte, setzte zwischen 1945 und 1970 eine eigentliche Blütezeit ein, während der im Unterland zahlreiche neue Laufkraftwerke und auch die grössten Speicheranlagen erstellt wurden.

Noch zu Beginn der 1970-er Jahre stammten auf der Basis der mittleren Produktionserwartung fast 90% der inländischen Stromproduktion aus Wasserkraft. Dieser Anteil nahm durch die Inbetriebnahme der schweizerischen Kernkraftwerke bis 1985 auf rund 60% ab und liegt heute bei rund 56%. Nach wie vor ist die Wasserkraft damit unsere wichtigste einheimische Quelle erneuerbarer Energie.

Der Wasserkraftwerkspark der Schweiz besteht heute aus 543 Zentralen (Kraftwerke mit einer Leistung von mindestens 300 kW), welche pro Jahr durchschnittlich rund 35'600 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Davon werden rund 47% in Laufwasserkraftwerken, 49% in Speicherkraftwerken und rund 4% in Pumpspeicherkraftwerken erzeugt. Zwei Drittel dieser Energie stammen aus den Bergkantonen Uri, Graubünden, Tessin und Wallis. Beachtliche Beiträge liefern auch die Kantone Aargau und Bern. Aus Zentralen internationaler Wasserkraftanlagen an Grenzgewässern stammen rund 10% der schweizerischen Wasserkrafterzeugung.

Der Walliser Wasserkraftpark umfasst vorab die grossen Staubecken: Grand Dixence, Mauvoisin, Mattmark, Emosson und Gougra. In aufsteigender Zahl sind Kleinkraftwerke, die dank der kostendeckenden Einspeisevergügung (vgl. KEV) insbesondere für die Berggemeinden beachtliche Bedeutung erhalten. Man zählt heute bereits ca. 60 Kleinkraftwerke.

Die Wasserkraftnutzung hat ein Marktvolumen von gegen 2 Milliarden Franken (bei 5 Rp./kWh ab Werk) und stellt somit einen wichtigen Zweig der schweizerischen Energiewirtschaft dar.

Der Bund will die Wasserkraftnutzung in Zukunft mit verschiedenen Massnahmen verstärkt fördern. Bestehende Werke sollen erneuert und unter Berücksichtigung der ökologischen Anforderungen ausgebaut werden, um so das realisierbare Potenzial zu nutzen. Instrumente hierfür sind die kostendeckende Einspeisevergütung für Wasserkraftwerke bis zu einer Leistung von 10 Megawatt sowie die im Aktionsplan "Erneuerbare Energien" vorgesehenen Massnahmen zur Förderung der Wasserkraft. Quantitatives Ziel bis 2030 ist eine Steigerung der mittleren Produktionserwartung durch Um- und Neubauten um mindestens 2'000 GWh gegenüber dem Stand des Jahres 2000.

Das Bundesamt für Energie befasst sich sowohl mit den energiepolitischen Fragen der Wasserkraft (Förderung, Strategien, Perspektiven) als auch mit den technischen Fragen sowie Sicherheitsaspekten. Das Bundesamt für Umwelt BAFU ist für die umweltrelevanten Aspekte (Restwasser, Gewässerschutz) zuständig.

Quelle: bfe.admin.ch